Allergie Pferd

Pferd mit Allergie

Allergie gegen Pferde - Veterinärmedizin Allergische Krankheiten werden bei Pferden oft im Verdacht stehen. Sind all diese Krankheiten wirklich allergikerfreundlich? Mit welchen Allergenen kann man rechnen? Im Gespräch mit der Firma spiegel erklärt Prof. Bettina Wagner (Associate Professor of Immunology, College of Veterinary Medicine, Cornell University) den derzeitigen Wissensstand über Allergie beim Pferd.

Herr Professor Wagner, bei Pferden stehen Allergieversuche immer im Verdacht. Bei welchen Krankheiten handelt es sich wirklich um eine Erkrankung? Es gibt mehrere Krankheiten bei Pferden, die in der Fachliteratur als mögliches Allergen behandelt werden. Nichtsdestotrotz zeigt sich nur bei 2 Krankheiten, dass sie allergikerisch sind: Sommerekzeme und Nesselsucht.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass es sich bei diesen beiden Krankheiten um eine typisch Typ-I-Allergie, d.h. eine Immunglobulin E (IgE)-vermittelte Hypersensibilität des Abwehrsystems, handeln wird. Gibt es bei allen anderen Krankheiten keine allergischen Ursachen? Auch andere Krankheiten werden als allergisch eingestuft. Zum einen ist dies B. die Atemwegserkrankung, die in Deutschland noch immer oft als COPD oder in der Fachliteratur als RAO (Recurrent Airway Obstruction) oder inzwischen als IAD (Inflammatory Airway Disease) bekannt ist.

In der Fachliteratur wird diese Krankheit seit langem als Allergie bezeichnet, und es wird vermutet, dass die Antikörper gegen IgE eine wichtige Funktion bei der Entwicklung der Krankheit einnehmen. Allerdings gibt es nur eine einzige längst (Anfang der 80er Jahre) durchgeführte Untersuchung, in der eine englische Arbeitsgruppe zeigte, dass in der Lungenspülung dieser Krankheit Antikörper gegen IgE vorhanden waren.

Nun wird die Besonderheit des eingesetzten Versuchs in Frage gestellt. Der Test ist in der Regel sehr spezifisch. Durch diese Originalpublikation wurde immer wieder darüber gesprochen, ob es sich bei COPD um eine durch IgE verursachte Allergie auswirkt. An dieser Stelle ist es jedoch immerhin fragwürdig, ob es sich um eine durch IgE vermittelte Allergieerkrankung auswirkt. Unserer Meinung nach ist COPD in erster Linie eine übermäßige Reaktion der Atemwege auf unterschiedliche Umgebungskomponenten wie z. B. Pilze, und dass die Krankheit in nur wenigen FÃ?llen primÃ?r eine entzÃ?ndliche Ursache hat, die mit einer DurchfÃ??hrung der Behandlung durch IgE verbunden ist.

Mit welchen Allergenen kann man bei allergischen Krankheiten rechnen? Die Frage, um welche Allergieauslöser es sich handelt, ist im Einzelnen oft nur sehr schwer zu beantworten. Es wird oft der Versuch unternommen, die verschiedenen Bestandteile aus der Ernährung zu entfernen und so zu erfahren, auf was das Pferd anspricht. In einigen Fällen kann die Nesselsucht nur einmal oder sehr zeitweise auftauchen. Die Bestimmung der beteiligten Allergiegene ist schwer und die Allergiesysteme sind in der Regel nicht hilfreich.

Der Sommerjucken ist die am besten erfasste Allergieerkrankung bei Pferden. Ethik und Immunschwäche wurden umfassend untersucht und die durch IgE vermittelte Allergienursache der Krankheit wurde seit vielen Jahren nachgewiesen. Im Sommer ist inzwischen bekannt, dass Allergieauslöser die allergischen Reaktionen der Moskitos von Kulicoides sind. Andere Mückenarten wurden ebenfalls als Trigger behandelt, aber ein Kausalzusammenhang ist eigentlich nur bei den Culicoiden nachgewiesen worden.

Sie sind bekanntlich mindestens die Hauptverursacher dieser Krankheit. Inzwischen wurden eine Vielzahl von potenziellen Allergenen identifiziert und aus dem Speicher der Culicoides-Mücken beschrieben: Welches sind die Auslöseimpulse im Einzelnen, die je nach Pferd unterschiedlich sein können, und welches der beiden Allergieträger bei den meisten Pferde ist, wissen wir im Augenblick nicht.

Auf diesem Gebiet wurde in den vergangenen 10 Jahren viel daran geforscht, die Auslöser von Allergenen zu ermitteln, so dass sie in absehbarer Zeit für diverse Untersuchungen und auch für die immuntherapeutische Behandlung zur Verfuegung stünden. Mehrere Arbeitsgruppen sind derzeit dabei, die wichtigsten allergieauslösenden Stoffe zu ermitteln, die diese Krankheit verursachen. Was gibt es für Diagnosemöglichkeiten bei allergischen Krankheiten im Labor?

Derzeit gibt es auf dem Handel mehrere Diagnosemöglichkeiten, die im Allgemeinen als "Allergietests" bezeichnet werden und darauf abzielen, das/die auslösende(n) Allergen e für das betreffende Pferd zu bestimmen. Die goldene Norm in der Allergiediagnostik ist der intradermale Test. Eine ganze Palette von Allergieauslösern wird in die Pferdehaut eingelassen.

Das Pferd reagiert mit spontaner, lokaler Anschwellung auf die jeweiligenallergenen. Allerdings ist ein intrakutaner Eingriff kostspielig, nicht immer gut verträglich für das Pferd und teilweise auch für den Halter nicht erwünscht, da das Pferd vor der Allergenspritze am Nacken abgeschnitten werden muss. So gibt es Akzeptanzschwierigkeiten und Praxisprobleme, weil die Eigentümer mit dem Pferd in die Praxis kommen müssen, weil die meisten Praxistierärzte diesen Versuch nur in Einzelfällen durchlaufen.

Für die korrekte Durchführung des Testes ist ein gewisser Trainingsaufwand erforderlich (die einzelnen Allergieauslöser müssen schnell und gleichmässig eingespritzt werden). Häufig werden 60 oder mehr allergieauslösende Stoffe parallel geprüft, so dass der Nachweis in der Regel nicht durchgeführt wird. Daher greift die Mehrheit der Veterinäre aufgrund der Krankheitsbilder auf andere Untersuchungen zurück oder beginnt die Therapie ohne weitere Untersuchungen.

Sie ist derzeit noch kennzeichnend und nur begrenzt von den betroffenen Allergieträgern abhängig. In manchen Fällen wollen Tierärzte und Tierhalter jedoch wissen, welche Allergieauslöser die Krankheit verursachen. Das ist oft notwendig, um zu verhindern, dass das Pferd wieder mit dem Allergieauslöser in Berührung kommt, oder der Veterinär und der Halter über eine Immungotherapie nachdenken.

Dies wird in der Humanmedizin und auch an Pferden praktiziert. Hier ist der Beweis des Auslöserallergens - ein so genannter Allergentest - erforderlich. Für das Pferd gibt es entweder so genannte ELISA- oder Degranulationstests. Es gibt auf dem Produktmarkt unterschiedliche Prüfungen von mehreren Anbietern.

Was sind die Schwierigkeiten mit diesen Prüfungen? Sämtliche Allergene basierten auf dem Hinweis auf entweder freies IgE im Blutserum oder zellgebundenes, allergenspezifisches IgE. Die derzeit erhältlichen Testverfahren haben ihre Grenzen. Mit der ersten Testgruppe nach dem ELISA-Prinzip wird der Versuch unternommen, IgE im serologischen Bereich nachweisbar. Weil das Anteil der allergenspezifischen IgE: IgG etwa 1: IgE beträgt, bindet nur sehr wenig Antikörper an die Testscheibe.

Das bedeutet, dass Allergietests nach dem ELISA-Prinzip in der Regel eine sehr niedrige Analysensensitivität aufweisen. Daher muss ein Pferd viel allergenspezifisches IE haben, um in einem solchen Versuch ein positives Ergebnis zu erzielen. Hochallergene Tiere sind oft gut, aber oft gegen viele allergieauslösende Stoffe. Manche allergischen Tiere können falsch negativ sein.

Gelegentlich reagiert ein nicht-allergisches Pferd auf diese Untersuchungen sehr gut. Dies alles erschwert die Auswertung von Allergien. Was ist die Besonderheit dieser Prüfungen? Dies kann durch Kreuzreaktionen mit anderen Allergieauslösern oder durch Detektionsreagenzien verursacht werden, die nicht 100% igE-spezifisch sind. Wissenschaftlich ist es oft fragwürdig, ob ein einzelner Testverfahren wirklich IGE-spezifisch ist, da eine exakte Bezeichnung der Testverfahren nur für sehr wenige Allergien möglich ist.

Im Allgemeinen sind Allergetests auf Basis des IgE-Nachweises oft nicht sehr sicher. Was für andere Prüfungen werden geboten? Die zweite Testgruppe basiert auf dem Erkennen von zellgebundenem IgE und Mobilfunk. Ein solcher Test kommt aus Hannover und ist heute unter dem Namen FIT (Functional In Vitro Test) bekannt. Dies ist ein Degranulationstest: Er erfasst die Histaminmenge, die von gewissen Blutkörperchen, den so genannten Bassophilen, nach dem Kontakt mit Allergenen abgegeben wird.

Er wird erfolgreich für Culicoides-Allergene in der Sommer-Ekzemdiagnostik verwendet, hat aber ein eingeschränktes Allergiespektrum und ist für viele andere Allergieauslöser (z.B. B. unter ?B. Gras, Kraut, Baum, etc.) nicht geeignet. Das CAST-Verfahren beruht auf dem Leukotriennachweis und verwendet unterschiedliche Inspektionsallergene. Für welche Fälle empfiehlst du diese Tester?

Sofern keine Bestätigungsdaten vorliegen, gibt es keine wissenschaftliche Empfehlungen für diese Tester. Basierend auf der vorliegenden Fachliteratur sind Versuche zum Erkennen einer Zellsensibilisierung - wie der intradermale Test oder Zelldegranulationstest (FIT und CAST) - für den Erkennen von Allergenen besser geeignet zu sein als ein ELISA-Test mit dem Erkennen von Serum-IgE.

Im Allgemeinen ist im Rahmen der Allergieprüfung noch einiges an Forschungsarbeit und Verbesserungen vonnöten. Allergien sind besonders zu berücksichtigen, wenn die Resultate für die immuntherapeutische Behandlung (Hypo- oder Desensibilisierung) genutzt werden sollen. Derzeit gibt es keine ausreichenden Beweise oder wissenschaftlichen Untersuchungen, um zu belegen, dass die Unterempfindlichkeit auf der Grundlage der Testergebnisse bei Pferde tatsächlich funktioniert.

Ein Großteil wird aus der Humanmedizin übernommen, aber der erfolgreiche Einsatz bei Pferden ist noch nicht nachgewiesen. Problematisch ist, dass es nicht möglich ist, mit Gewissheit zu bestimmen, gegen welche Allergieauslöser das Pferd eigentlich ist. So lange Allergietests keine klaren Resultate liefern, ist die immuntherapeutische Behandlung nicht die geeignete Methode. Eine Allergietherapie ist eine symptomatische Behandlung und beruht in erster Linie auf der Vermeidung von Allergenen.

Im Falle von Culicoides-Allergien heißt das, dass das Pferd im Winter nicht den ganzen Tag auf der Wiese gehen kann und dass ständig Bettdecken und Insektenschutz getragen werden müssen. Wird dies als langfristige Behandlung im Laufe des Sommers getan, befindet sich das Pferd über Monate in einem immungeschwächten Stadium, was viele Begleiterscheinungen haben kann.

Bei sehr schweren Allergiesymptomen - z.B. B. bei Urtikaria oder gewissen Sommerekzemenstadien - kann diese Therapien sicherlich dazu beitragen und die Beschwerden in kurzer Zeit mildern. Auch bei Sommerekzemen ist eine regelmässige örtliche Pflege der befallenen Hautpartien sinnvoll, z.B. B. unter ?B. Haltet die Wunde rein oder verwendet Mittel, die der Fliege den Rücken frei machen und die Heilung der Wunde anregen.

Nein, es gibt derzeit keine bewährte ärztliche Behandlung von Allergien bei PF. Bei Ekzemen kann nur die Vermeidung von Allergenen hilfreich sein. Der Umgang des Gepäcks muss so geändert werden, dass der Umgang mit den Culicoides-Mücken erheblich beeinträchtigt wird. Sind die Tiere nicht mehr da, ist auch das Auslöserallergen nicht mehr da und man kann eine klare Besserung erzielen.

Für das Pferd sind wir jedoch noch nicht in der Position, mit ausreichender Gewissheit zu beurteilen, gegen welche Allergieauslöser von Culicoides-Pferden tatsächlich eine Allergie vorliegt und wie die immuntherapeutische Behandlung für das jeweilige Pferd auszusehen hat. Zudem sind viele Fragestellungen wie z. B. die Menge der enthaltenen Allergien und die Verabreichungsfrequenz noch unbeantwortet. Daher kann die Hyposensibilisierung des Pferdes aus heutiger Perspektive nur als "Experiment" bezeichnet werden.

Dass Eigentümer etwas für ihr krankgeschriebenes Pferd tun wollen, um den permanenten Juckreiz und die damit verbundenen Beschwerden zu lindern, ist mehr als nachvollziehbar. Gibt es eine gentechnische Besonderheit, die einer Allergie zugrundeliegt? Bei einer Allergie handelt es sich um eine so genannte multinationale oder multinationale Krankheit. Es sind mehrere Moleküle involviert und die dafür verantwortlichsten Moleküle können nicht ohne weiteres durch Züchtung identifiziert oder aus der Pferdpopulation eliminiert werden.

Daher ist es äußerst schwer abzuschätzen, ob ein Pferd eine Allergie entwickeln wird oder nicht. Der Einfluss der Umweltbestandteile (z.B. B. beim ersten Umgang der Hengste mit Allergenen) auf die Schwere der Erkrankung ist weitaus größer als der Einfluss auf die erbliche Disposition. Der Ausschluss allergischer Tierarten aus der Aufzucht löst das Allergieproblem nicht.

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