Braunhirse Arthrose

Hirse braun Arthrose

Meine Orthopädin empfahl die Einnahme von brauner Hirse wegen Arthrose. Braune Hirse in der Dämmerung Mayke Wenndorf, Seit einiger Zeit führen Naturkostläden, Bioläden und Internetprovider braune Hirse, hauptsächlich als Rührmehl für Lebensmittel oder Erfrischungen. Die Braunhirse soll beim Rohverzehr alkalisch bildend sein, eine Fülle von Mineralien, Vita und anderen Aktivstoffen in "homöopathischer Form" beinhalten und bei verschiedenen Krankheiten wie Arthrose, schwaches Bindegewebe, Kariesen und Varizen bis hin zu Haarausfall und Rheumatismus behilflich sein.

Es gibt nur lückenhafte Angaben zu den Inhaltsstoffen der braunen Hirse. Daraus ergibt sich wahrscheinlich das werbliche Versprechen, dass braune Hirse bei brüchigem Haar und spröden Nägel, lockerer Schale, schwachem Bindegewebe, Knochenschwund und Arthrose hilft. Mit 4,5 Milligramm pro 100 Gramm ist der Eisenanteil der braunen Hirse relativ hoch, aber nicht drei Mal höher als bei Weißweizen (3,2 Milligramm /100 Gramm), wie beansprucht.

Auch wenn der Vitaminanteil der braunen Hirse nicht bekannt ist, bewerben die Händler mit einem erhöhten Anteil an B-Vitaminen, wie beispielsweise B17. Neben Mineralien und Silikasäure befinden sich in der Hülle der braunen Hirse eine Vielzahl antioxidativer sekundärer Pflanzeninhaltsstoffe, wie z.B. Rebsäure und Oxygenensäure. Die oben erwähnten Bestandteile gehen dadurch größtenteils unter, aber die Verträglichkeit wird erhöht und ungewollte Unreinheiten (Schimmelpilzgifte, Pestizidrückstände) werden beseitigt.

Braune Hirse hingegen wird zusammen mit Schote und Schote in der sogenannten Centrofan-Technik zu Weizenmehl gemahlen, die auch schwierige Hirse-Sorten, die schwierig zu schälen sind, zu kleinen Sorten macht. Durch den höheren Anteil an sekundären Pflanzeninhaltsstoffen in der Hirsehülle kann es zu zahlreichen positiven Effekten kommen, aber auch zu unerwünschten Effekten bei übermäßiger Aufnahme: Die hohe mechanische Vergärung während der Centrofan-Mahlung steigert die Vergärbarkeit und Zugänglichkeit der Zutaten aus den Hirsespelzen.

Weil das Getreidemehl wegen seiner vermeintlichen Heilwirkung roh konsumiert werden soll, würden weder Einweich- noch Kochvorgänge diese Stoffe beseitigen oder desaktivieren. Daher stehen die Wissenschaftler des BFEL dem Rohkonsum von braunem Hirsemehl besonders skeptisch gegenüber. Darüber hinaus sind die fragwürdigen Bestandteile aus dem Schalenteil beim Konsum von Rohmehl für den Körper nicht leicht zugänglich und werden weitgehend unverdaut abgesondert.

Obwohl krankheitsbedingte Werbemaßnahmen für Nahrungsmittel gesetzlich nicht erlaubt sind, bewerben die einzelnen Internetprovider die heilende Wirkung der Braunhirse mit fast identischen Texten. Niemand erklärt, was mit homöopathisch hergestellten Lebensmitteln gemeint ist oder gibt Hinweise auf die Gesundheit. Der Österreichische Distributor Kammerleithner erklärt auf Anfrage, dass die Mineralien nicht in Homöopathiedosen, sondern in verhältnismäßig hoher Konzentration in Braunhirse enthalten sind.

Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, aber viele Referenzen sprechen für die positive Wirkung des Produktes. Der positive Effekt der braunen Hirse ist nicht belegt und die Heilungsversprechen sind alles andere als glaubhaft. Noch ist jedoch nicht klar, wie sich grössere Stückzahlen auswirkt, wenn Braunhirse-Mehl auch zum Beispiel zum Backen von Brot oder Müesli eingesetzt wird.

Wenn die Schalen- und Spelzfraktionen spezifisch getrennt und der Anteil der wichtigen Bestandteile durch Einweich-, Keim-, Koch- und Backvorgänge verringert würde, könnte die braune Hirse auch von celiac Patienten in gleicher Weise wie konventionelle Hirseverwendung sein.

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