Holsteiner Springpferde

Die Holsteiner Springpferde

Züchtungskonzept Durch die Einführung von Schwermaschinen in der Land- und Forstwirtschaft Ende der 1950er Jahre verlor das Holsteiner Pferde sein Existenzrecht als "Arbeitskraft" auf dem Acker. Capitol I ist ein anderer Hengste, der Holsteiner Bruthistorie schreibt, Capitol I ist Vererber vieler weltberühmter Springpferde, darunter der Weltcupsieger von 2001, Dobel's Cento und Carthago Z, die beide an den olympischen Winterspielen in Sydney teilgenommen haben.

Auch beim CHIO Aachen im Jahr 2000 erzielte Capitol mit diesen beiden Körungsträgern einen bisher unerreichten Erfolg: den ersten Rang Cento und den zweiten Rang Carthago im Großen Preis von Aachen. Caretino, weltweit auch im sportlichen Bereich tätig, und Contender ist es mittlerweile in der Lage, den drei Helden mit erfolgreichem Nachwuchs in den Bereichen des Sports und der Pferdezucht zu folgen.

Das Holsteiner Pferd zeichnet sich vor allem durch hohe Sprungkraft und Einsatzbereitschaft aus. Durch die rasante Weiterentwicklung des Landreitens stieg die sportliche Aktivität der Nachkommen. Auch die Erfindung des Holsteiner als Springpferd gehört in diese Zeit. Durch ihre enorme Kraft, ihre unerschütterliche Loyalität und ihren unermüdlichen Einsatz stiegen die Ex-Coachbucker in die Top-Gruppe des deutschsprachigen Parcoursspringens auf.

Zu nennen sind hier nur Egly, 1935 Gewinner des berühmten Hamburg Spring Derby, Nordland, unter der Leitung von Martin von Barnekow Mannschaftsolympiasieger 1936 und Gewinner des Hamburg Spring Derby 1938, und der Olympiasieger im Einzel-Springen in Berlin, Tora v. Capenor. Der totale Einsturz von 1945 brachte im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr - nur noch Nachzucht.

Die Turniere sprangen wie Pilze aus der Erde, und gleichzeitig begannen die Errungenschaften der Holsteins wieder. Im Jahr 1949 wurde das erste Hamburgische Spring-Derby nach dem Zweiten Weltkrieg von Käthe Schmidt-Metzger aus Elmshorn auf der Holstein-Fenek von Fasan gewonnen. Es war auch der unvergessliche Fritz Thiedemann, der mit seinen Reitpferden auf dem Turniergelände in aller Welt für die Holsteiner Pferdezucht Anerkennung und Berühmtheit erlangte.

Noch nie war ein anderes Tier in Deutschland so beliebt wie sein Meteorit v.iskus. Mehr als ein Jahrhundert lang verkörperte das gewaltige Braunpferd, an das das damalige Bundeswirtschaftsministerium Kiel zu seinen Gunsten erinnert hatte, den Ausdruck "Holsteiner" im Parcour. Zusammen mit seinem Fahrer, der zweimal Olympiagold gewann, stellte er die Eisscholle, aus der beide kamen, in einer seltenen Perfektion dar.

HGW feiert viele erfolgreiche Partien mit Romeo v. Ramses und Glück v. Frivol xx, aber mit Thorphy v. Reinald xx gewinnt er Mannschaftsgold bei den olympischen Winterspielen 1972 in München. Unvergeßlich ist auch Classic Touch von Caletto II, der 1992 unter Ludger Beerbaum bei den Spielen in Barcelona Gold errang.

An den Reit-WM 1998 in Rom war es der brasilianische Rodrigo Pessoa, der dem brasilianischen Rodrigo Pessoa zu WM-Ehren verhilft, und Kalvaro, der "Weiße Riese" des Schweizers Willi Melliger, schaffte es bis ins Endspiel der Springpferde bei diesem Event. Dobels Cento, geritten von Otto Becker, sorgten im Olympiajahr für Aufsehen auf der Strecke.

Zuerst siegte das Duo im renommiertesten Springpferdewettbewerb der Weltrangliste, dem Großen Preis von Aachen. Die beiden fehlerfreien Läufe des Capitol I-Sohnes - zu Beginn der Olympiade von 16 Holsteiner Springpferden - haben maßgeblich dazu beigetragen, dass die deutschen Teams Olympiasieger wurden. Ebenfalls bei den Weltmeisterschaften 2002 im spanisch Jerez war eine Holsteinerin in aller Munde: Fein Cera von Landadel machte nur einen Sprungfehler unter dem US-Amerikaner Peter Wylde und später im Endspiel mit einem Pferdwechsel in neun Durchgängen.

Zu dem Team, das bei den Athener Winterspielen die Gold-Medaille holte, gehörte auch das Team der Herren Cerster und Dobel's Cento. Die Holsteins waren bei den Aachener Reit-WM das "Maß aller Dinge" im Kurs. Cassini I Sohn Cumano wurde nach einem spannenden Endspiel mit Pferdewechsel Weltmeister unter dem belgischen Jos Lansink, und zum Siegerteam der Niederlande im Nationenpreis zählten unter anderem Vernelst Curtis von Coriano und Eurocommerce Berlin von Cassini I, zwei in der Schweiz zwischen den Weltmeeren gez....

Will-Simpson mit Carlsson vom Cassini I-Neubau holte sich mit einer rasanten Nullrunde die Team-Goldmedaille für Amerika bei den Spielen in Hongkong. Im Großen Preiskampf von Aachen wurde Corradina unter Carsten-Otto Nagel Dritte, holte bei der Europameisterschaft in Windsor die Teambronze und die Zweite im Einzel.

Elastische Flure in den Hoch- und Pendelgängen kennzeichnen das Bewegungspotential des Holsteiner. Trotzdem waren oder sind diese Tiere bei den sportlichen Reitern sehr populär. Seine ersten großen Siegeserfolge erzielte der viel zu früher gestorbene Dr. Reiner Klimke im Dressur-Sattel auf dem Holsteiner Aar von Heissa, mit dem er 1960 das Dt. Dressurderby gewonnen hatte.

Der braune Reiter unter Fritz Thiedemann hatte sieben Jahre vorher den Großen Preis von Aachen im Springen gewonnen - ein beeindruckendes Beispiel für die Vielfältigkeit des Holsteiner. Dr. Josef Neckermann vertraute auch bei Pferden aus dem Gebiet zwischen den Seen auf Erfolg. Er holte 1964 mit Antonette v. Anblick xx die Goldmedaille der Olympiamannschaft in Tokio, und acht Jahre später - bei den Münchner Olympiaden - half ihm auch eine Tochter von Anblick xx in Venetien zu den größten Olympia-Erfolgen.

Unter anderem gewannen die beiden 1976 bei den Olympiade von Montreal Einzelsiegerin Corlandus v. Cor de la Bryère, die von Margit Otto-Crépin für Frankreich geritten wurde, sollte dieser große Erfolg verweigert werden. Montevideo, geritten von Uwe Sauer, gehört seit 1984 zum Team der Dressurreiter, das bei den Goldmedaillen der Spiele in Los Angeles dabei war.

Durch Alexandra Simons-de Rodder Holsteiner's Aufzucht im Jahr der Olympiade in Sydney war sie wieder einmal ein heißer Feger im Brennpunkt, wenn es um das olympische Edelladium in der Dressur ging. Den Calypso I-Sohn, der wegen einer heilbringenden Erkrankung ein Jahr später unglücklicherweise niedergeschlagen werden musste, und seinen Reiter mit Teamgold nach Haus bringen.

In der dritten Olympiadisziplin, der Mehrkampfdisziplin, steht auch Holsteiner immer wieder im Mittelpunkt. Einerseits ist Herbert Blöcker, der seit mehr als 30 Jahren fester Bestandteil von Ulmer horn ist und seine zahlreichen Siegeserfolge vor allem dem Holsteiner Pferde verdankt, ohne ihn nicht mehr vorstellbar. Nach der bereits 1976 mit dem Bravourstück von Alfred aus dem dt. Team mit einer Bravourfahrt ohne Tempel durch das Olympiagelände von Montreal die silberne Medaille gewonnen zu haben, wird Herbert Blöckers wütende Offroad-Performance bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona für alle Teilnehmenden unvergesslich sein.

Mit Richard Eggers und Franz Lage prägten in den 50er und 60er Jahren zwei Piloten aus Schleswig-Holstein maßgeblich die Sportereignisse im In- und Auslande. Dreimal holte sich der Diithmarscher das Driving Derby, sein Einsatz mit einem Holsteiner Zehner auf dem Reitsportfest, dem CHIO in Aachen, ist sagenumwoben. Noch heute haben viele Spitzenfahrer, wie der frühere WM-Champion Michael Freund oder die US-Vierer, Holsteiner immer wieder in ihren Wagen.

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