Hufrehe Fruktan

Laminiertes Fructan

Bei den Hufreheauslösern ist es jedoch unerlässlich, zwischen chemisch reinem und natürlichem Fruktan zu unterscheiden. Wodurch wird Hufrehe bei Pferden verursacht? risk-fruktan. Aus diesem Grund galt Fructan in der Vergangenheit als eine der Hauptursachen für Hufrehe.

Laminitis durch Fructane im Weideland?

Fructane sind in jüngster Zeit zum Thema geworden, da die Hufrehe des Gepäcks durch Frischgras, die oft zu Anfang der Weidezeit auftritt, verursacht wird. Fructane zählen aufgrund ihrer Zusammensetzung zu den schnell vergärbaren Kohlehydraten, die im Pferdedickdarm einem raschen Mikrobenabbau unterworfen sind. Durch die vorbeschädigte Schleimhaut des Darms können die bei der Fermentierung anfallenden Stoffe in die Blutbahn eindringen, die Blutgefäße verengen und Hufrehe verursachen.

Wofür stehen Fructane? Fructans sind vegetarische Reserkohlenhydrate, die hauptsächlich in den Grasbüscheln der gemässigten Klimazone vorkommt. Der Fructanspeicher ist zum einen von der Fotosyntheserate und zum anderen vom Verzehr von Reserkohlenhydraten für das Wachstum der Pflanzen angewiesen. Der Aufbau von Fructan in der Rasenpflanze wird durch eine Reihe von Einflussfaktoren bestimmt. Vor allem die Pflanzenarten, Tages- und Jahreszeiten, Vegetationsperioden, Klimabedingungen wie Temperaturen und Lichtintensitäten sowie die Weidewirtschaft sind von großer Bedeutung.

Die Fruktanzahl der auf den Weiden der europäischen Pferde vorkommenden Gewächse ist sehr unterschiedlich. Besonders Deutsch, Welsch und hybrides Weidelgras enthält viel Fruktan, während z.B. Timotheegras, Rotschwingel und Wiesenschwänzchen Fruktan schlecht sind. In Abhängigkeit von der Vegetationszeit, der Tagestemperatur und der Lichtmenge variieren die täglichen und saisonalen Fluktuationen des Fruktangehalts. Bei einer negativen Energienachfrage, in Wachstumsphasen, während der Blütezeit und bei der Saatgutbildung nimmt der Fructangehalt ab.

Ist die energetische Bilanz positiv, dominiert die Fructan-Anreicherung. Erhöhte Temperaturwerte gehen mit einem geringeren Fruktangehalt einher, sinkende Temperaturwerte führten zu einer Fruktanlagerung. Nachts um den Frostpunkt herum, dann warme, sonnige Tage, produzieren einen hohen Fruktangehalt im Untergrund. Mit zunehmender Intensität wird auch die Fructanproduktion der Pflanzen gefördert. Dagegen führt die starke Befruchtung und Beanspruchung der Wiesen zu einer Reduzierung des Fruktangehalts im Rasen.

Besonders interessant waren die Beziehungen zwischen Fructangehalt und Tages- und Saisonzeit, Wettereinflüsse, Weidezusammensetzung, Weidemanagement und-intensität. Das einheitliche Sammeln der Gras-Kräuter-Legumen-Mischung, nachfolgend "Grasproben" oder "Grasproben" oder "Grasproben" genannt, wurde auf jedem Bauernhof gleichzeitig von der selben Wiese aus durchgeführt, um Fluktuationen des Fructangehalts während des Tages auszuschließen. Dabei wurden die folgenden Schritte durchgeführt. Es handelte sich um Gesamtproben von mind. 3 qm in einer Hoehe von 2 cm ueber dem Erdboden, deren Probenahmestellen der Durchschnittsvegetation der Wiese entsprechen.

Anhand der erhaltenen Gräserproben wurde der Fruktangehalt enzymatisch bestimmt und die biologischen Grundnährstoffe, Strukturstoffe sowie Mengen- und Spurenelemente analysiert. Der durchschnittliche Gehalt der Inhaltsstoffe im Rasen während der Weidezeit ist in Tab. 1 ersichtlich. Der mittlere Fruktangehalt in den untersuchten Gräserproben erreichte im Monat May einen Maximalwert von 56,6 g/kg TS.

In den Folgemonaten fielen sie stetig auf ein Niveau von mindestens 18,3 g/kg TN im Monat auf. Am Ende der Weidezeit stieg der durchschnittliche Fruktangehalt im Monat September und September auf knapp 42 g/kg Trockenmasse. Der Fruktangehalt im Rasen zeigt daher eine saisonale Schwankung im Laufe der Weidezeit, die von erhöhten Frühjahrs- und Herbstwerten und geringeren Sommerwerten begleitet wird.

Auffallend ist der große Variationsbereich der Fructanwerte innerhalb eines Vormonats. Beispielsweise wurde im Sept. ein Mindestfruktangehalt von 10,6 g/kg TS und ein Höchstwert von 81,6 g/kg TS beibehalten. Der mittlere Fructangehalt im Rasen in den Monatsmonaten May bis Nov. 2002 wird in einer sogenannten Boxplot-Darstellung dargestellt, die neben den Durchschnittswerten auch die Minimal- und Maximalwerte, den Median und die 25-75%-Perzentile, in denen 25 und 75% der Bestimmungswerte enthalten sind, zeigt, s. nebenstehend.

Der Fructangehalt bezogen sich auf den ermittelten Inhalt der Gräserproben sowie auf die Witterungsdaten und die Besatzdichte des Weidelandes mit den Tieren zum Zeitpunkt der Probenahme. Erklärungsbeispiel: Die Menge der gemessenen Inhaltsstoffe von Rohemasche (Ra), organischem Material (oS) und Rohfasern (Rf) hat keinen signifikanten Einfluß auf den Fructangehalt, während bei zunehmendem Rohfett- und Roheiweißgehalt der Fructangehalt des Rasens mit statistischer hoher Wahrscheinlichkeit sinkt.

Der Fructangehalt im Rasen wurde maßgeblich durch die Durchschnittslufttemperatur in den zwei Tagen vor der Probenahme und die durchschnittl. Mindestbodentemperatur in den drei Tagen vor der Probenahme beeinflusst. Bei steigender Temperatur nahm der Fructangehalt ab. Es konnte kein statistisch gesicherter Zusammenhang zwischen der derzeitigen Bestandsdichte der Wiese und dem Fructangehalt im Rasen festgestellt werden, jedoch waren landwirtschaftliche Betriebe mit einer höheren Auslastung im Laufe der Vegetationsperiode durch geringere Fructangehalte gekennzeichnet.

Ein Einfluss auf den Fruktanspiegel durch gewisse Weidemanagementmaßnahmen, wie z.B. die Beweidung von Rindern oder die Überlagerung des Rasenflächen. Intensive befruchtete Almen hatten einen geringeren Fructangehalt als extensive befruchtete Almen. Aufgrund der fast gleichen pflanzlichen Beschaffenheit der betrachteten Almen gab es in der vorliegenden Untersuchung keinen Einfluss der Pflanzenarten auf den Fructangehalt.

Auf jeder Wiese fanden sich sowohl fruktanreiches (deutsches Weidelgras) als auch fruktanarmes Gras (Hahnenfuß, Wiesenblauegras, Wiesenfuchsschwanz). Die Hufrehe des Gepäcks könnte nach einer einmaligen Verabreichung von 7,5 g Fructan/kg Körpermasse (KM) auslösen. Mit einem in der vorliegenden Untersuchung nachgewiesenen Maximal-Fructangehalt von 82 g/kg Gras-Trockenmasse und einer angenommenen Trockenmasseaufnahme von 2,5% des Körpergewichts absorbiert ein warmblütiges Pferd 2,05 g Fructan/kg Körpermasse (KM) pro Tag.

Damit bei diesem Fructangehalt, der eine Hufrehe auslöst, 7,5 g/kg KM Fructan aufgenommen werden können, muss ein großes Pferd 36,6 kg Grastrockenmasse oder 183 kg frische Grasmasse (20 % DM-Gehalt) pro Tag essen. Demgegenüber ist ein maximaler Fructangehalt von 82 g/kg Trockenmasse als risikofrei zu bewerten. Allerdings wurden die Fructanwerte nur im Intervall von vier Wochen überprüft und die Temperaturwerte um den Gefrierpunkt während des Probenahmezeitraums kaum erreicht.

Inwiefern sich der Fruktangehalt im Weidengras der am Experiment beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe unter anderen Umständen, z.B. frostigen Nächten mit anschließender Sonneneinstrahlung, erhöht hätte und ob die zur Auslöschung der Hufrehe des Pferdehufes notwendige Fruktanzufuhr möglich gewesen wäre, ist zu spekulieren. Der in den Gräserproben ermittelte Fruktangehalt liegt weit unter der Fruktanzahl, mit der die Hufrehe des Gepäcks versuchsweise induziert werden konnte.

Fructanarme Grasarten wie Lieschgras oder Rotschwingel sollten vorzugsweise nachwachsen. Darüber hinaus sollten die Wiesen regelmässig bewirtschaftet und während der Weidezeit durchweidet werden.

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