Mecklenburger Pferd

Mekklenburger Pferd

Hier können sie ihr Wissen und ihren Umgang mit dem Pferd unter Beweis stellen. Warum ein Mecklenburger Pferd? Lernen Sie mehr über die Natur der Mecklenburger Pferde und die Haltung und Ausbildung dieser Pferderasse.

Mecklenburgisches Kriegsblut im Rassenportrait

Jahrhundert stark geprägt, als selbständige Sorte zeitweilig aufgegeben, heute aber wieder eine der populärsten deutschsprachigen Warmblutarten - das Mecklenburger Warblümchen kann durchaus von einer wechselvollen Geschichte sprechen. Das Gestüt Neudefiniert ist bis heute das zentrale Zentrum der mecklenburgischen Züchtung, die 1812 mit der Gründung des Gestütes und den ersten gezielten Züchtungsversuchen begonnen hat.

Am Ende des neunzehnten Weltkrieges wurde auf der Basis der Hannoverschen Familie ein gelungener Neubeginn der Aufzucht begonnen, der von nun an immer wieder neuen Schnitten und Änderungen aufgrund der wechselhaften deutschsprachigen Vorgeschichte unterlag. Das Mecklenburgische Kriegsblut wurde in den 1970er Jahren endgültig in das neugeschaffene Rasse-Edelwarmblut der DDR aufgenommen und wirkte bereits als selbständige Kriegsblutrasse untergehen.

Allerdings sorgte die Vereinigung Deutschlands 1990 für eine erfolgreiche Wiederbelebung, so dass heute eine große Zahl von Meckern wieder aufgezogen wird. Denn das ausgesprochene Reit- und Springkompetenz macht das Mecklenburger Sprungpferd zu einem bemerkenswerten und gelungenen Sportler. Der Mecklenburger Warmblüter ist in der Regel etwas kompakter und kleiner als der ihm ähnliche Hannoversche und kann eine Höhe von bis zu 170 Zentimeter erreichen.

Optisch ist eine großzügige und elegante Reitpferdeart erwünscht, die sich in einem noblen, expressiven und trocknen Köpfchen, großen Äuglein und einem gut ausgeformten, mittelschlanken Hals wiederspiegeln sollte. Diagonale Abstützung, große Schulterpartie, große Ganachenfreiheit sowie ein ausgeprägter Widerrist und eine ausreichende Tiefe von Herz und Brust kennzeichnen den stimmig gestalteten Körper des Mecklenburgischen Warmblutes.

Mit dem Mecklenburger Warblümchen werden alle Basisfarben hinsichtlich der Pelzfärbung dargestellt. Deshalb zeigen sich die Tiere als braun und dunkelbraun oder als Fuchs, Rp., grau und pinto. Der Mecklenburger Warmblüter ist gewissenhaft in seinen Bewegungen und besticht durch seine expansiven und rhythmischen Grundzüge. Die Eleganz der Hengste soll sich im Schritt und in der Gallop leichte, elastische und lebhafte, aber auch natürlich aufrechte und ausgeglichene Bewegungen leisten.

Der Mecklenburger Warmblüter ist ein geselliges und begeisterungsfähiges Pferd, das unproblematisch und sympathisch im Handling sowie charakter- und angststststark ist. Die Herkunft der mecklenburgischen Warmblutrasse geht auf das vierzehnte Jh. zurück und befindet sich wahrscheinlich in den ersten Zuchtpferdebeständen der fürstlichen Häuser der Zeit. 1812 wurde mit der Grundsteinlegung des Redefin-Landbetriebes im Rahmen der schrittweisen Entwicklung der Zucht von Jagd- und Rennpferden der erste Spatenstich für die Mecklenburger Pferderasse vollzogen.

Es war also Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin, der das seit 1710 existierende stattliche Gestütsgebäude zum Zentrum der Warmblutzucht bis heute machte. Durch die Zucht mit englischen Voll- und Halbblütigen Hengsten erfreute sich die edle Mecklenburger Warmblutzucht in ganz Europa großer Beliebtheit, wurde aber zu stark intensiviert, so dass sich rasch ein zu heller Hengst ausbildete.

Weil sich der daraus entstandene Stamm als nicht für die weitere Zucht geeignet herausstellte, wurden die Zuchtbestimmungen durch den Rückgriff auf hannoversches Vollblut geändert. Nachdem früher das mecklenburgische Blut die Warmblutzucht im hannoverschen Verbreitungsgebiet mitgegründet hat, wurden nun die hannoverschen Tiere des gleichen Typs eingesetzt, um durch einen Neubeginn eine Stabilisierung zu erreichen.

Dies führte ab 1873 zu einer deutlichen Reduktion des kaltblütigen Bestandes, begleitet von dem klaren Ziel eines noblen Reiterpferdes, das sich 1915 in einem massiven Hengststamm mit 142 Hengsten an 36 Standorten niedergeschlagen hat. Das Mecklenburger Warblümchen wurde bis 1945 unter sorgfältiger Veredelung mit Reinrass und Trakehner gezüchtet, obwohl der Zuchtbestand im Zweiten Weltkrieg zurückgegangen war.

Dafür hatte es eine ausgleichende Wirkung, dass das Brutgebiet und damit der Brutbestand durch Vorpommern und das Neuhauser Büro mit seinem Hannoveraner Pferdestamm sowie durch Flüchtlingspferde aus dem Orient erweitert wurden. So konnte das Gestüt Redefin 1948 wieder 160 Deckhengste registrieren, von denen 49 aus der Mecklenburgischen Warmblutzucht stammten, zumal sich der Mecklenburgische Pferdezuchtverband bereits von neuem etabliert hatte und wieder eine regulierte Deckung suchte.

Ein weiterer schwerer Schicksalsschlag für die mecklenburgische Rasse war jedoch die Verwandlung von Redefins in ein Volksseigenes Gut im Jahr 1951, die Aufhebung der Pferdezucht im Jahr 1953 und die vorläufige Aufteilung der Hengstbestände auf alle Ländereien der DDR, die bis zur Errichtung eines neuen Stalldepots im Gestüt Rotefiner im Jahr 1956 anhielt. Weil die Landreform zu zahlreichen neuen Betrieben geführt hatte, war das Hauptziel der Mecklenburgischen Warmblutzucht die Bereitstellung von Arbeitskräften bis in die 1960er Jahre.

In der Folge durchlief das Mecklenburgische Kriegsblut einen Prozess der Umnutzung vom Geschäftspferd zum Sporthengst, der zur Neugründung des DRS 1961, zur Errichtung einer Zuchtstätte für reiterpferdeähnliche Hengstfohlen in Ganschow und zur verstärkten Kreuzung von Vollblütern führte. Verstärkt wurde diese Tendenz seit den 1970er Jahren, als die Zentrale für Pferderassenzucht des Agrarministeriums zu einem zentralen Verwaltungsorgan und das edle Kriegsblut der DDR zu einer neuen Brut wurde.

Auf die neue Sorte wurden Tiere der vorhandenen Hunderassen mit einer entsprechenden Reit- und Fahrtüchtigkeit übertragen. Mit der Vereinigung 1990 wurde die edle Warmblutrasse der DRR aufgelöst, alle alten Pferdearten wiederbelebt und neue Zuchtvereine gegründet. Seitdem ist die Mecklenburger Warmblutzucht durch eine klare Mischung geprägt, denn bis heute werden Hengst anderer Warmblutarten eingesetzt.

Mecklenburgisches Warblümchen wird dementsprechend mit einem Offenhengstbuch aufgezogen, das eine reine Zucht einschließlich Veredelung ermöglicht. Mischlinge können mit in- und ausländischen Kriegsblutrassen wie dem Altenburger oder Westwürttemberger, aber auch mit Vollblütern wie englischen Vollblütern und Arabern hergestellt werden. Für das Stutbuch der Mecklenburgischen Warmblutzucht und die Wahrung des züchterischen Ziels ist der Verein der Pferdzüchter Mecklenburg-Vorpommern e. V. zuständig. 3 dominante Hengststlinien gehören zu den Sondervererbern der Mecklenburgischen Warmblutzucht.

Das Mecklenburgische Kriegsblut ist aufgrund seiner vielseitigen Disposition und hoher Einsatzbereitschaft für alle Einsatzzwecke als Reit- und Sporthengst zu haben. Der Mecklenburger Kriegerblut ist im weltweiten Reitsport unentbehrlich geworden. Weitere Infos zum Mecklenburger Kriegsblut sowie zur Deckbuchverordnung gibt es auf der Website des Bundesverbandes der Pferdzüchter Mecklenburg-Vorpommern e.V. Die Website des Redefin-Landbestands gibt auch interessante Hinweise zur Brutgeschichte.

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