Pferde Reitsport

Reiten auf dem Pferd

Wir als Fachhändler für den Pferdesport denken nicht nur an das Pferd, sondern auch an den Reiter. Pferdesport: Das Springpferd als galoppierendes Bankschließfach Ein Teil der 31 Pferde reagiert etwas aufgeregt, als sie in die gut betreute Reitbahn in Essen-Überruhr gebracht werden. In einer großen Video-Wand werden Ausritte von den Tieren dargestellt, die meist von gelungenen Wettkampfpferden stammen. Darüber hinaus loben Gestütsinhaber Thomas Blass und Auktionshaus Volker Raulf die Vorteile der Versuchstiere über Lautsprechersysteme. Bei der fünften hat man "ein reales Fluggerät im Angebot", das ist " echt waldw.

Besteck ".

Die Pferdefreunde, von denen einige aus dem In- und Ausland kamen, werden von Raul in Kaufstimmung gebracht. Anscheinend mit Erfolg: 21 Springer und drei Stuten fanden heute Nacht einen neuen Eigentümer, ein Gesamtumsatz von 600.000 EUR wird erwirtschaften. Für den 4-jährigen Zuchthengst " All Future ", der laut dem Produktkatalog mit "the finest in jumping equipment" ausgezeichnet wird, bezahlt allein ein Einkäufer aus Italien 120.000 EUR.

Im Rheinland gibt es rund 5000 Pferdesportler, in Westfalen-Lippe gibt es gar rund 8000 Züchter. Vor allem in Nordrhein-Westfalen ist das Thema Pferde von großer Ausstrahlung. Laut dem Bundesverband "Féderation Equestre Nationale", kurz FN, gibt es auch 165.000 Mitgliedsvereine in den 1240 nordrhein-westfälischen Reitvereinen und eine ähnliche Anzahl von nicht organisierten Reitern.

In Niedersachsen gibt es zum Beispiel nur 135.000 registrierte Pferdeliebhaber in 1146 Mannschaften. "Jeder Reiter, der in einem Reiterhof steht und fachgerecht versorgt wird, hat eine jährliche Wertsteigerung von rund 10000 Euro", sagt Gestütsinhaber Theodor Leuchter aus Ratingen, der auch FN-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzender der Röhrenpferdezucht im Rheinland ist.

Nach Angaben von Licht wird der Absatz des dt. Pferde- und Pferdemarktes auf rund fünf Mrd. EUR veranschlagt, von denen rund ein Drittel voraussichtlich auf die NRW. Zweifellos sind Pferde ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor im Bundesland NRW. Mit dem benachbarten Ösnabrücker Landesteil und der holländischen Nachbarschaft will sich das Westfälische Wilhelmshavenland zu einem "Top-Cluster Pferdewirtschaft" verschmelzen und die Pferdeindustrie mit Hilfe eines Gemeinschaftskonzepts aufwerten.

Mit rund 163.000 Pferde gibt es in der Metropolregion bereits rund 4.000 Jobs, sagt Michael Lübbersmann, Landkreisleiter des Landkreises Osnabrück, der jährliche Pferdeumsatz in dieser Metropolregion beträgt 1,1 Mill. Das Gebiet zwischen Münsterland, Osnabrück und Zwanzig mit 13 Pferde pro qkm und einer überdurchschnittlichen Anzahl von sportlich tätigen Reitern (7,8 Prozent) in der Gesamtbevölkerung beschreibt sich zu Recht als die "Hochburg der Pferdewirtschaft".

Bereits in der jetzt erstellten Untersuchung wurde berechnet, dass jedes Jahr rund 400.000 Menschen zu Pferdesport Veranstaltungen in der Gegend kommen. "Angenommen, ein Prozentpunkt der Übernacht- und Tagungsgäste reist auf der Basis von Pferderennen wie Kursen, Wettbewerben und Versteigerungen sowie Reitferien in die Heuregio, erwirtschaften wir einen primären Bruttoumsatz von rund 43 MIO. Euro", sagt Katja Wagner vom Horse Competence Center Germany in Georgenmarienhütte.

Vieles, was die Untersuchung über den Pferdesportstandort Münsterland berichtet, kann auch auf andere Landesteile in NRW verlagert werden. Mit 39 Gold-, 21 Silber- und 24 Bronze-Medaillen bei den Winterspielen bis 2012 sind Pferde und Reitern aus Deutschland auch weltweit auf Erfolgskurs, Deutschland ist die umsatzstärkste Reiternation. Ein gutes Hauspferd könnte sogar "zu einem gallopierenden Bankschließfach werden - wenn es sich gut entwickelt", sagt Auktionshaus Volker Raulf.

Weil die Pferdeindustrie dort mit großen Schwierigkeiten zurechtkommt. "Dies ist nicht anders als in anderen Sportverbänden", sagt Theodor Leuchte von der Reiterliche Gemeinschaft. Der Leuchtener Arbeitskollege Thomas Blass vom Gestüt Rahmannshof in Essen bringt die Problematik klar zum Ausdruck: "Der Mittelschicht fehlt tatsächlich das nötige Kapital für den Reitsport", sagt der Brüter, der sich auf seinem Gestüt auch um Bordpferde von Reitern kümmert.

Früher kostete eine Schutzimpfung beispielsweise rund 20 DM, heute sind 45 EUR ausstehend. Heute muss der Besitzer eines Freizeitpferdes zwischen 600 und 800 EUR pro Kalendermonat für Arzt, Nahrung, Schmied, Ausstattung und Ausbildung bereitstellen. Bei dem Landwirt auf der Weide kann man es ohne Reitunterricht vielleicht mit 300 EUR erreichen.

Es gibt viele Mitfahrer, deren Pferde "das Pensionsalter erreichen", die aus Gründen der Kosten kein zweites kaufen würden, sagt Blass. Seither haben die Viehzüchter auf den Nachfragerückgang geantwortet und die Anzahl der so genannten Coverings verringert. Vor sechs Jahren wurden insgesamt rund 550.000 Stute gepaart, bis 2013 waren es nur noch rund 300.000. Jede Paarung kostete einen Hengst etwa 500 EZ.

Die Firma Theodor Leuchter selbst züchtet auch nur ein oder zwei Nachkommen pro Jahr, die er auf seinem Bauernhof von seiner Ehefrau und zwei Nachkommen erzogen hat. Es geht, wie bei den meisten Warmblutrassen, "um ein eleganteres, gesundheitsförderndes und aufgrund seines ausgeglichenen Temperaments für alle Reitdisziplinen verwendbares Pferd".

Gegenwärtig kann die Bedarf an alten, bereits trainierten Tieren noch durch die hohe Produktion, die bis 2009 dauerte, gedeckt werden. Geht das Pferdeangebot allmählich zurück, sollten die Pferdepreise wieder zulegen. Das sagt Auktionshaus Raulf. Auch in Zukunft wird die Pferderasse ein "Milliardenmarkt" sein, zumal die deutschen Pferde im internationalen Vergleich, bis hin zu den USA und China, sehr gefragt sind.

"Es gibt eine unglaubliche Menge auf dem Pferderücken, nicht nur Emotionen", sagt Raulf. Mit 700.000 eingetragenen Mitgliedschaften ist er nach Angaben von Vize-Präsident Leuchte nach wie vor der siebtstärkste Sportverein. Darüber hinaus "schult das Ross den Reitenden zu Verantwortung, Langmut und Toleranz".

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